Warum Family Offices strategischer agieren und was dies für NPOs bedeutet
In der Schweiz gibt es schätzungsweise 250 bis 300 Family Offices, die zusammen 600 Milliarden Franken verwalten , sowie zahlreiche Multi Family Offices. Übertragen wir weltweite Schätzungen und Trends auf die Schweiz, so engagieren sich viele davon philanthropisch. Für Non-Profit Organisationen lohnt es sich deshalb, Family Offices in ihre Fundraising-Strategie einzubeziehen.
Kürzlich erschien ein Bericht der UBS zu den Trends in der Philanthropie 2026 bei Family Offices. Darin wird unter anderem ersichtlich, dass Family Offices immer strategischer agieren und ihren Einfluss ausbauen auf ganze Ökosysteme. Was das für Ihre Fundraising-Strategie bedeutet, lesen Sie nachfolgend.
Philanthropie wird professioneller
Bevor wir auf die aktuellen Trends eingehen, zunächst eine kurze Einordnung des Begriffs Family Office. Generell wird ein Family Office als Unternehmen verstanden, das bankenunabhängig Vermögen einer Familie verwaltet – und im besten Fall vermehrt. Viele Family Offices engagieren sich zudem philanthropisch. Dies entweder über direkte Spenden, in Zusammenarbeit mit Stiftungen oder mit Impact Investing, sprich wirkungsorientiertem Investieren.
Der Bericht der UBS zeigt auf, wie Family Offices ihre philanthropischen Aktivitäten ausbauen und anpassen. Diese Entwicklung hat verschiedene Gründe.
Einerseits gibt es eine allgemeine Tendenz der Professionalisierung der philanthropischen Aktivitäten bei Family Offices. Dies beispielsweise durch die Einführung anspruchsvoller Instrumente wie ergebnisorientierter Finanzierung, Blended-Finance-Mechanismen und strengeren Rahmenbedingungen für die Wirkungsmessung. Andererseits wächste der Wunsch von Familien danach, aktiv mitzugestalten, wie Kapital eingesetzt wird, um soziale und ökologische Herausforderungen anzugehen.
Zudem schreitet der weltweite Transfer der grossen Vermögen voran. Dem WEF zufolge werden in den kommenden Jahren Vermögenswerte in der Höhe von 80 Billionen US-Dollars in neue Hände übergehen. Davon wird vermutlich ein Grossteil im privaten Sektor bleiben. Die Personen, die über dieses Vermögen verfügen, haben einen bedeutenden Einfluss auf die Ausrichtung der Finanzierungen von Unternehmensinvestitionen.
Diese Trends bewegen Family Offices dazu, Familien professioneller zu unterstützen, mit ausgefeilten Mitteln, Expertise und strategischer Beratung.
Weg von der traditionellen Philanthropie hin zur sozialen Wirkung
Family Offices erweitern ihre Rolle jenseits traditioneller Philanthropie und rücken soziale Wirkung in den Mittelpunkt. Statt nur Grants zu vergeben, koordinieren sie Kapital, nutzen Fähigkeiten und Partnerschaften, um die Mission der Familie wirkungsvoller umzusetzen. Philanthropie bleibt der Kern für Impact – wird aber zunehmend in das operative Business und das gesamte Portfolio integriert.
Als Schnittstelle zwischen Zweck und Umsetzung definieren Sie Mandate, steuern Berichterstattung und verknüpfen Investitionen, Philanthropie und externes Engagement. Manche Familien haben sogar eigene Stiftungen im Family Office verankert.
Zukunftsorientierte Family Offices nutzen neben Kapital auch Einfluss, Fachwissen und Netzwerke. Ihre philanthropischen Entscheidungen orientieren sich zunehmend an Nachhaltigkeit, Hebelwirkung und langfristiger Wirkung. Das Kapital wird gezielt eingesetzt, um Innovationen zu fördern, strukturelle Lücken zu schliessen oder Projekte zu ermöglichen, die öffentliche Institutionen nicht abdecken.
Das Ergebnis: ein missionsorientiertes Modell, das nachhaltigen und messbaren Mehrwert liefert.
Was das für Ihr Fundraising bedeutet
Family Offices stellen vor der Investition zunehmend komplexe Fragen zur Erfolgsmessung und zur Wirkung: Wie nachhaltig ist die Wirkung? Geht die Unterstützung direkt an die Ursachen oder nur an die Symptome? Werden Hebel eingesetzt, die das System langfristig verändern? Kann die Initiative Einfluss auf politische Rahmenbedingungen nehmen? Und wie wirken die verschiedenen Instrumente im Portfolio zusammen? Solche Überlegungen prägen die strategische Entwicklung von Family Offices und zeigen, wie sorgfältig sie ihr Kapital einsetzen.
Konkret bedeutet dies für das Fundraising: Non-Profit-Organisationen sollten Family Offices als langfristige Spender ansprechen, Projekte mit messbarem Impact präsentieren und Netzwerke nutzen und kontinuierlich pflegen.
Buchtipp
Jim Collins erläutert in seinem Buch «Good to Great and the Social Sectors» einige gute Beispiele zur Wirkungsmessung. Ein wunderbares Beispiel ist der Aufbau der Wirkungsmessung bei einem Sinfonieorchester. Lassen Sie sich bei der Lektüre überraschen.
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